Auf nach Latium zum Lago di Bolsena

Es regnet in Strömen bei 14,5 Grad, meine Lust loszufahren ist quasi gegen null. Dennoch möchte ich nicht noch einen Tag hier oben im Nichts verbringen. Regenklamotten an und widerwillig aufs Rad.
Bereits nach 2 km spiele ich ernsthaft mit dem Gedanken umzudrehen und mich wieder zu trocknen und einfach wieder ins Motelbett zu legen. Mein Popo würde es mir sicher danken. Der Regen peitscht mir kalt ins Gesicht und ich begrabe lächelnd meinen inneren Schweinehund. Pffff jetzt erst Recht weitertreten. Nach weiteren 7 km Anstieg erreiche ich, endlich eine kleine Talfahrt.
Eine absolute Einöde ist diese Hochebene am Ende der Toscana, um endgültig die Toscana zu verlassen muss ich über Acquapendente und Lorenzo einen letzten Anstieg auf ca. 600 m überstehen. In Lorenzo kann ich in der Ferne schon den Lago di Bolsena sehen. In Lorenzo schaue ich noch einmal auf mein Thermometer . 16,3 Grad. Mir ist kalt, ich bin pitschenass und ich will endlich wieder in die Zivilisation zurück.
Vor der Abfahrt, ziehe ich nochmal meine Kleidung so dicht wie möglich, um nicht doch noch krank zu werden. Dann lasse ich meinen Drahtesel einfach nur noch rollen und rase ins Tal. Der See, benannt nach der schönen und mittelalterlich wirkenden Stadt Bolsena (305 m.ü.N.N), am Ostufer, begrüsst mich mit 21 Grad und nur bedeckten Himmel. Was so ein paar Höhenmeter ausmachen ist manchmal unglaublich. Die Partnerstadt von Bolsena ist Llorret de Mar in Spanien. Was ein Vergleich…. Haben die sich schon mal gegenseitig besucht und wissen die nicht was in den beiden Städten so abgeht?
Hier voll mondän, mit kleinen Villen am Seeufer und hoch über der Stadt ein wunderschönes Castell.
Kein einziger jugendlicher Partyfreak, mit Sangria Eimer ist hier unterwegs.
Aber vielleicht ist das monotone Läuten der Kirchenglocke, die Einladung zur angesagten Houseparty, ich werde es beobachten und berichten.
Der See ist fast kreisrund und 114 qkm gross, an der tiefsten Stelle 150 m tief. Das Ufer ist mit pechschwarzem Sand gesäumt, sicherlich vulkanischem Ursprungs, auch aufgrund seiner runden Form.
Ein kleiner Campinplatz direkt am Seeufer wird meine Adresse für heute sein
Das Klima ist wirklich angenehm und wenn morgen die Sonne scheint, dann bleibe ich einfach noch einen Tag hier.
Heute 54 km und 3:55 h reine Fahrzeit. Rom noch 112 km…

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